Ein Märchen zwischen Neid und Missgunst


Persönliches / Dienstag, März 26th, 2019

Das Thema Mobbing oder in unserem Fall Mobbing im Reitstall ist inzwischen präsenter denn je. Dank sozialer Medien wird diese Problematik immer größer, weil sich Täter der vermeintlichen Anonymität des Internets hingeben, um ihrem widerlichen Schaffen noch mehr Raum zu geben. Aber Facebook, Instagram und Co. sind kein rechtsfreier Raum. Daran sollte jeder denken, der sich in Sicherheit zu wiegen glaubt und im Schatten des Internets seine gute Kinderstube vergisst.

Persönlich gibt es für mich nichts Wichtigeres als ein angenehmes Klima und ein respektvoller Umgang innerhalb der Stallgemeinschaft. Dabei erwarte ich noch nicht einmal, dass sich hinter der Stalltür Freundschaften fürs Leben finden – das wäre ein wünschenswerter Nebeneffekt – aber ein nettes Miteinander sollte in jedem Fall möglich sein.

Ich für meinen Teil habe den perfekten Stall für mich und mein Pferd gefunden. Wir sind eine nette, kleine Stallgemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt und unter die Arme greift. Der Erfolg des anderen wird ebenso gefeiert, wie der eigene. Und wenn es einmal nicht so gut läuft, findet man immer eine Schulter zum anlehnen. Es gibt keine Zickereien, keine Missgunst, keinen Neid.

Was für uns selbstverständlich ist, sucht man in vielen Ställen leider vergebens. Eigentlich schade, denn das gemeinsame Hobby sollte doch eigentlich verbinden!?

Ein Märchen zwischen Neid und Missgunst

Es macht mich gleichermaßen traurig und wütend, wenn ich im Gespräch mit anderen Reitern höre, was sich hinter so mancher Stalltür abspielt. Kleine Lästereien und Getuschel sind vergleichsweise harmlos, wenn ich zu hören bekomme, dass es Menschen gibt, die fremden Pferden Mähne und Schweif abschneiden. Die sich gezielt abwenden und lachen, wenn ein anderer Reiter von seinem Pferd stürzt. Und wenn dann noch ein Video des Unfalls wenig später im Internet die Runde macht, fehlen mir ehrlich gesagt die Worte. So ein Verhalten macht mich einfach nur sprachlos!

Das Schlimmste ist, dass man sich selbst vor solchen Angriffen kaum schützen kannst. Denn inzwischen sind die Gründe für Mobbing so abstrus und zahlreich, dass es beinahe unmöglich ist, nicht zum Opfer zu werden.

Du…

  • reitest gut – wie kannst Du nur!
  • reitest schlecht – steig sofort von deinem Pferd!
  • besitzt ein teures Rassepferd – bei Dir sitzt die Kohle ganz schön locker?
  • besitzt ein Wald-und-Wiesen-Pony – für ein richtiges Pferd hat es wohl nicht gereicht?
  • kaufst teure Markenkleidung – das ist doch deinem Pferd egal!
  • kaufst Kleidung von der Stange – geht gar nicht!
  • trägst farblich abgestimmte Kleidung – sieht doch bescheuert aus!
  • trägst Kleidung, die nicht zusammen passt – hast Du dich im Dunkeln angezogen?
  • bildest dein Pferd nach Trainer A aus – Tierquäler!
  • bildest dein Pferd nicht nach Trainer A aus – Dir sollte man Dein Pferd gleich weg nehmen!

Ich weiß, die Beispiele sind vielleicht ein wenig überspitzt dargestellt. Aber so oder so ähnlich kommen sie leider wirklich vor. Oft reicht der kleinste Fehltritt, um eine Welle der Empörung loszutreten.

Was Du gegen Mobbing tun kannst

Natürlich ist es einfacher wegzusehen und sich aus den Streitigkeiten anderer herauszuhalten. Aber versetze Dich einmal selbst in die Opferrolle. Würdest Du Dich nicht über ein wenig Hilfe und Unterstützung freuen, wenn andere auf Dir herumhaken? Egal ob Du von Reitern aus Deinem Stall schikaniert oder in einem der zahlreich Reitsport Foren verbal zerlegt wirst, jemand der Dir den Rücken stärkt und sich zwischen Dich und die Geier stellt, ist immer besser, als allein da zu stehen.

Deshalb ist es umso wichtiger, dass auch Du dich für Mobbing Opfer einsetzt. Stelle die Akteure beim kleinsten Anzeichen von Mobbing zu Rede und zwar so, dass es jeder mitbekommt. Andernfalls können Lästereien zu einem wahren Selbstläufer werden. Mobbing ist Gift für jede Stallgemeinschaft. Es verwandelt unser ganz persönliches Pferde-Märchen in einen echten Alptraum!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.