Persönliches

Hufprobleme

05/20/2017

In den vergangenen zwei Wochen hatte ich ziemliche Bauchschmerzen, nicht weil es mir körperlich schlecht ging, sondern weil Soley leider sehr plötzlich alles andere als fit war. Ihr kennt das sicher! Wenn es unseren Pferden gesundheitlich nicht gut geht, leiden wir Reiter automatisch mit und oft haben wir das Gefühl, es wäre weniger schlimm, wenn wir selbst krank wären, solange es dem Pferd gut geht.

Eigentlich fing alles ziemlich harmlos an:

Soley ging von einem Tag auf den anderen ein wenig Takt unrein und trat mit dem linken Hinterbein ein wenig verkürzt unter. Ich machte mir zunächst keine großen Gedanken, da sie sich bereits in der Vergangenheit schon hier und da etwas mal eingeklemmt hatte, was dann durch entsprechende Bewegung nach spätestens einem Tag wieder von allein weg ging. Am nächsten Tag zeigte sich jedoch keine Besserung, was mich nun doch stutzig machte. Trotzdem entschied ich mich dazu erst einmal abzuwarten. Soley zeigte keine Schmerzreaktion, ihr Bein war nicht geschwollen, nicht warm und sie belastete es auch ganz normal.

Ein paar Tage später versuchte ich es dann noch einmal mit Longieren und erkannte mein Pferd kaum wieder. Soley lief deutlich lahm und jeder Schritt schien für sie erkennbar unangenehm zu sein. Ich stellte sie weg und bat am nächsten Tag unseren Schmied darum, sich den Huf noch einmal ganz genau anzusehen. Er bearbeitete den Huf ganz normal und weil Soley so gar keine Anstallten machte, ihm den Huf zu entziehen oder auch nur zurück zu zucken, schloss er ein Problem mit den Hufen erst einmal aus.

Zum Glück gab dieses komische Gefühl in meinem Bauch keine Ruhe und ich bat ihn noch einmal, sich den Huf anzusehen. Dieses Mal nahm er die Zange und Soley zeigte sehr deutlich, dass sie das überhaupt nicht mochte. Er drückte noch einmal und stieß direkt auf die Ursache unseres Problems. Soley hatte in der Sohle ein kleines Hufgeschwür, wirklich nicht groß, aber es saß sehr versteckt und drückte bei jedem Schritt.

Ein Hufgeschwür klingt erst einmal sehr dramatisch, ist im Grunde aber nichts anderes, als eine kleine Eiterblase, die zwischen Hufhorn und Huflederhaut in Folge einer Entzündung entstehen kann. Dieser Abszess hat dort aber eigentlich keinen Platz und drückt daher unangenehm und manchmal auch sehr schmerzhaft auf die empfindliche Lederhaut. Ihr könnt ein Hufgeschwür mit einem Bluterguss unter dem Fingernagel vergleichen, auch dieser hat dort keinen Platz und kann ziemlich schmerzhaft sein.

Mein nächster Schritt war also ein Anruf beim Tierarzt, der mir dazu riet über Nacht einen Rivanol Verband anzulegen und dem Abszess noch ein wenig „reifen“ zu lassen. Ein Rivanol-Anguss bewirkt das Erweichen des Hufes und führt je nach Dauer und Reife des Abszesses dazu, dass das Geschwür entweder besser lokalisiert werden kann oder von selbst aufbricht. Außerdem hat Rivanol eine antiseptische Wirkung. Man schlägt also zwei Fliegen mit einer Klappe.

Durch den Rivanol-Anguss hat sich das Hufgeschwür in unserem Fall von selbst entleert. Unser Tierarzt kontrollierte noch einmal das befallene Horn und legte einen trockenen Verband an, den Soley mindestens 5 Tage tragen sollte, um sich nichts einzutreten und Schmutz von der Stelle fern zu halten. Danach könne sie wieder longiert werden und ab nächster Woche dürfen wir auch schon wieder reiten.

Worüber ich mir jedoch noch einmal Gedanken machen muss, ist, wie ich die Hornqualität von Soleys Hufen ein wenig verbessern kann. Vor allem an den Hinterläufen sind ihre Hufe sehr weich und laufen sich sehr schnell ab, was sie ein wenig anfälliger für solche Probleme macht. Zusatzfutter ist für uns leider keine Option, da meine Dame ihr Futter konsequent verschmäht, wenn sie merkt, dass ich irgendetwas beigemischt habe. Ideen und Vorschläge könnt ihr mir also sehr gerne schreiben!

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