Persönliches

Ich bin ein Teilzeit Selbstversorger!

07/27/2017

Wie sollte der perfekte Stall sein? Welche Ansprüche habe ich an die Haltungsform meines Pferdes? Wie möchte ich mich selbst einbringen? Diese und andere Fragen habe ich mir vor Pferdekauf mehr als einmal gestellt und hatte irgendwann zumindest ein ungefähres Bild im Kopf, wo und wie ich mein Pferd unterbringen möchte und was ich selbst zu leisten bereit bin. Mir schwebte ein kleiner, familiärer Stall vor, in ruhiger Lage, mit tollem Ausreitgelände und täglichem Freigang in einer kleinen, harmonischen Herde.

Den für mich perfekten Stall fand ich zum Glück recht schnell. Ich stolperte quasi zufällig durch die Stalltür, nur war ich damals eigentlich auf der Suche nach einer Reitbeteiligung und nicht nach einem Stall für mein zukünftiges Pferd.

Doch genau dort ist Soley heute untergebracht, in einer großzügigen, hellen Box mit einem wirklich großen Paddock, der sich bei Bedarf erweitern lässt, so dass die Pferde in kleinen Grüppchen bei schlechtem Wetter zusammen stehen und toben können. Bei gutem Wetter geht es in einer kleinen Herde auf die Weide, Offenstall für schattige Stunden im Sommer und Selbsttränken inklusive. Eine Reithalle haben wir nicht, dafür aber einen Reitplatz und ein richtig schönes Ausreitgelände.

Bis vor wenigen Monaten stand Soley dort noch in Vollpension, obwohl ich schon immer mit angepackt habe. Füttern, Misten, mein Pferd auf die Weide bringen, all diese Dinge gehören für mich einfach dazu und wenn es um das Wohl meines Pferdes geht, krempel ich gerne selbst die Ärmel hoch. Doch nun hat sich etwas geändert. Seit Anfang April bin ich nun Teilzeit Selbstversorger, was bedeutet, dass ich mich an zwei festen Tagen in der Woche um alle Pferde kümmere.

Misten, Tränken, Füttern und täglicher Weidegang für 5 Pferde! Das klingt zunächst nach ganz schön viel Arbeit, aber hat man sich erst einmal daran gewöhnt, ist es jede Anstrengung wert. Ich verbringe so viel mehr Zeit bei meinen geliebten Pferden und habe das Gefühl zu jedem einzelnen eine ganz neue Bindung aufzubauen. Denn neben der Stallarbeit, wird gekuschelt, gestreichelt und auch mal dem ein oder anderen Pferd eine Blase ans Ohr gequatscht. Und ich weiß ganz genau, dass ich nicht die einzige bin, die sich stundenlang mit ihren Pferden unterhalten kann, vorzugsweise zwei Oktaven höher!

Neben dem Wohlfühlfaktor hat das ganze aber natürlich auch noch einen finanziell positiven Effekt, denn natürlich zahle ich dadurch weniger Boxenmiete. Das ersparte Geld gebe ich aber nicht für mich selbst aus, sondern lege es beiseite, für Tierarzt, Hufschmied und was sonst noch im Laufe eines Jahres an Nebenkosten so anfällt. Man kann ja nie wissen.

Im Moment fühle ich mich in dieser Situation pudelwohl. Ich verbringe zwar sehr viel Zeit im Stall, aber mit dem richtigen Zeitmanagement bleibt immer noch Zeit für Freunde und Familie und andere Hobbys.

 

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