Life Update – April 2020


Instagram, Persönliches, Reitsport / Montag, Mai 4th, 2020

Life Update – April 2020. Irgendwie ist mir der Monat April irgendwie aufs Gemüt geschlagen und das nicht wegen der anhaltenden Corona Pandemie. Im Gegenteil. Bei uns in der Region sinken die Zahlen der Neuinfizierungen stetig und machen – ganz vorsichtig – ein wenig Hoffnung. Auch wenn alle Maßnahmen ihre Berechtigung haben, so zerren die Maßnahmen so langsam doch an den Nerven der Menschen. Aber zurück zum Thema!

Eigentlich hatte der Monat so gut angefangen!

Soley stand gut im Training, hatte wieder ordentlich Muskeln aufgebaut. Vor allem im Rücken, unserer Dauerbaustelle, die wir dieses Jahr hoffentlich in den Griff bekommen werden. Sowohl an der Longe, als auch unterm Sattel lief meine kleine Hummel richtig gut. Locker, geschmeidig, entspannt. So wie ich es mir jedes Jahr aufs Neue wünsche, wenn ich mein Pferd nach der Winterpause wieder anschiebe. Ich hatte ein richtig gutes Gefühl und war froh, dass wir nun wieder da anknüpfen konnten, wo wir vor den kalten Monaten gestoppt hatten.

Happy Birthday!

Am 3. April feierten wir zudem Soleys 10. Geburtstag, mit einer extra Portion Möhren und einer ordentlichen Massage- und Streicheleinheit. Natürlich ist es im Reitsport üblich, dass ein Pferd immer zum 1. Januar ein Jahr älter wird, trotzdem bin ich der Meinung, dass man Geburtstage so feiern sollen, wie sie fallen. Also feiern wir nicht am 1. Januar, sondern am 3. April. Aber alter Schwede – 10 Jahre ist die Motte jetzt schon alt! Die Zeit vergeht wirklich wie im Flug. Kaum zu glauben, dass es dieses Jahr dann auch schon 7 Jahre werden, in denen ich Soley an meiner Seite habe. Ich bin unglaublich stolz auf dieses tolle Pferd und möchte meine verrückte Biene keinen Tag mehr missen. Auch wenn mir wegen ihres Dickschädels schon dann und wann ein graues Haar gewachsen ist.

… und wenn ich schon bei grauen Haaren bin …

… die sind mir wenige Tage später tatsächlich büschelweise gewachsen! Nämlich als Soley von einen Tag auf den anderen sichtbar lahm ging und kaum noch einen Schritt vorwärts laufen wollte. Die Sehne des rechten Vorderbeins war geschwollen und deutlich warm. Den rechten Hinterlauf wollte sie mir zum Auskratzen der Hufe schon gar nicht mehr geben. Nach einem kurzen Trab an der Longe zeigte sich zudem ein gut sichtbares Kopfnicken.

Der Tierarzt musste her, da führte absolut kein Weg daran vorbei!

 

Eine Diagnose war zum Glück schnell gefunden. Soley hatte im rechten Vorderhuf einen Abszess im Bereichs des Strahls. Nicht schön, aber zum Glück meist einfach zu behandeln. Soley bekam einen Angussverband mit einer Rivanol-Lösung, damit der Abszess in Ruhe reifen und dann eröffnet werden kann. Meist bricht das Geschwür jedoch durch das Erweichen des Hufs selbst auf und muss dann nur noch gespült werden. So auch bei uns. Zumindest hatte ich es geglaubt, bis plötzlich gut 7 Tage später der Zirkus wieder von vorne begann. Der Abszess hatte sich noch einmal gefüllt und musste erneut behandelt werden.

Mein bisher schlimmster Alptraum …

… ereignete sich dann am darauf folgenden Sonntag. Wir – also mein Freund und ich – saßen am Nachmittag gemütlich am Küchentisch, tranken Kaffee, aßen Kuchen. Mit der Idylle war es dann aber schnell vorbei, als mich meine gute Freundin und gleichzeitig auch Besitzerin des Reitstalls anrief. Ich kann mich nicht mehr an ihren genauen Wortlaut erinnern, weil ich noch nie in meinem Leben so viel Angst hatte, wie in diesem Moment. In meinem Kopf sind nur noch ein paar Wortfetzen geblieben: Notfall – Blut – Auge verletzt!

Ich hatte absolutes Kopfkino und war froh, dass mein Freund bei mir war, ruhig blieb und mich zum Stall fuhr. Andernfalls hätte ich mit einer Wahrscheinlichkeit von 99,99 % auf den Weg zu Soley einen Unfall gebaut. Ich war aufgelöst und mit den Nerven am Ende noch bevor ich überhaupt wirklich wusste, was passiert war. Leider sind wir beim Thema Augenverletzungen ein wenig vorgeschädigt, weshalb dieser Vorfall für mich einfach besonders schlimm war. Ich malte mir die schlimmsten Szenarien aus.

Im Stall angekommen fand ich Soley in ihrer Box. Meine Freundin hatte ihr bereits das Halfter angelegt und kühlte ihr verletztes Auge mit einem feuchten Tuch. Der Tierarzt war bereits verständigt und hatte telefonisch Erstmaßnahmen eingeleitet. Ich weiß bis heute nicht, was genau passiert ist, aber Soley hatte einen tiefen und langen Schnitt über das komplette rechte Augenlied, dass so stark geschwollen war, dass auch eine Verletzung des Augapfels nicht ausgeschlossen werden konnte.

Die 30 Minuten bis zum Eintreffen des Tierarztes waren für mich der absolute Horrer und ich kann nur immer wieder betonen, wie froh ich bin so liebe Menschen um mich zu haben, die mir in jeder Lebenslage zur Seite stehen und mich in solchen Momenten stützen. Egal ob meine Eltern, mein Freund, meine gute Freundin, ihr Mann und ihre Reitbeteiligung. Alle waren da und haben mich beruhigt. Besser kann man es im Leben kaum treffen!

Als der Tierarzt kam, konnte er mich ein wenig beruhigen. Der Schnitt war zwar tief, konnte jedoch mit 4 Klammern wieder geflickt werden. Das Auge schien nichts abbekommen zu haben.

In den darauffolgenden Tagen hatten wir dann regelmäßig Besuch vom Tierarzt. Nachkontrolle, Spritzen, Nachkontrolle, Spritzen… Ja, der Reitsport ist ein teures Hobby, aber für mein Pferd würde ich buchstäblich mein letztes Hemd geben! Gesundheit und Freude gehen vor, Geld macht nicht glücklich. Also investiere ich lieber in die Gesundheit meines Pferdes und habe viel lieber Freude am Reitsport, als mir ständig neue Schuhe oder Klamotten zu kaufen.

Inzwischen sieht die Verletzung am Auge schon wieder richtig gut aus und wir hatten wirklich noch einmal Glück im Unglück. Bleibt nur zu hoffen, dass wir unsere Pechsträhne im nächsten Monat erfolgreich hinter uns lassen können.

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