Stille


Persönliches / Montag, Januar 14th, 2019

Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber als absolutes Sommerkind, macht mich die Winterzeit immer ein wenig melancholisch. Wir haben keine Reithalle und auch keinen all-Wetter-Reitplatz. Sobald es anfängt zu frieren, hindert uns die Kälte daran weiter zu trainieren. Dann dauert es eine ganze Weile, bis ich mich mit dem Nichtstun angefreundet oder vielmehr arrangiert habe. Ich kann die Ruhe mit der jedes Jahr aufs neue beginnt einfach nur sehr schwer genießen. Einerseits ist es wahnsinnig schön, sich zurückzulehnen, die Stille zu akzeptieren und abzuschalten. Auf der anderen Seite kribbelt es mich seit Wochen in den Fingern und ich will endlich wieder etwas tun.

© Johanna Hertl

Manchmal bleibt mir jedoch nichts anderes übrig als geduldig zu sein. Wenn ich ehrlich bin, tut mir die Ruhe und die Stille auch irgendwie gut. Doch nicht nur mir, sondern auch Soley. Sie genießt ihre freie Zeit, steht ganztags mit der Herde auf dem großen Paddock und sucht – wenn sie es möchte – meine Nähe, um sich einen Keks und ein paar Streicheeinheiten abzuholen. Im Moment ist sie einfach nur Pferd und kann so das Gelernte aus dem letzten Jahr ein wenig sacken lassen. Dann hat sie in ihrem Kopf bald wieder Platz für neue Dinge. Wenn es denn dann endlich wieder los geht.

Ich finde Pausen im Training übrigens unglaublich wichtig. Das Gelernte kann so viel besser verarbeitet werden und Muskeln entstehen bekanntlich nur dann gesund, wenn man der Muskulatur nach dem Training auch ein wenig Zeit zur Regeneration gönnt.

In den vergangenen Jahren sind wir so ganz gut zu Recht gekommen und konnten bestärkt in die neue Saison starten. Wobei neue Saison ein wenig seltsam klingt angesichts der Tatsache, dass ich kein Turnierreiter bin und wahrscheinlich selbst auch niemals auf ein Turnier fahren werde. Stattdessen genieße ich die gemeinsame Zeit mit Soley, freue mich auf unseren ersten Spaziergang im neuen Jahr und bin gespannt, ob wir 2019 auch endlich unseren ersten größeren Ausritt wagen.

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