Unsere Geschichte


Persönliches / Mittwoch, Januar 16th, 2019

Die letzten 6 Jahre waren für mich ein einziges großes Abenteuer. Seit dem Kauf von Soley hat sich mein Leben um 180° gedreht, im positiven Sinne, denn meine kleine Maus ist das Beste, was mir jemals passieren konnte.  Und wie jedes „Märchen“, hat auch unsere Geschichte ihren Anfang. Auch wenn dieser, zugegeben, alles andere als märchenhaft war.

Nachdem ich 3 Jahre lang eine Reitbeteiligung hatte, entschied ich mich nach gründlicher Überlegung, das Abenteuer eigenes Pferd zu wagen. Den für mich perfekten Stall hatte ich bereits gefunden, an Zeit und finanziellen Mitteln sollte es ebenfalls nicht scheitern. Außerdem hatte ich schon eine ungefähre Vorstellung davon, wie mein zukünftiger Partner sein sollte.

Jung sollte er sein und zumindest grundausgebildet. Am liebsten eine Stute in heller oder dunkler Jacke. Denn ich mochte Schimmel und Rappen schon immer besonders gern. Auch wenn ein gutes Pferd natürlich keine Farbe hat!

Ich blätterte durch Fachzeitschriften und suchte im Internet nach Verkaufsanzeigen. Bei einem großen und sehr bekannten online Pferdemarkt stieß ich letzten Endes über die unscheinbare Anzeige eines Züchters aus der Oberpfalz, der mehrere Stuten zum Verkauf anbot. Wir telefonierten und vereinbarten einen Termin zur Besichtigung und eigentlich auch zum Probereiten.

Schon bei meiner Ankunft machte sich erst einmal Ernüchterung breit. Nur Weiden, keine Halle, kein Platz. Probereiten im Gelände mit einem Pferd, das ich nicht kannte. Keine gute Idee. Am liebsten wäre ich wieder nach Hause gefahren, wenn da nicht diese kleine Stutenherde meine Aufmerksamkeit erregt hatte. Die drei Mädels standen nahe am Zaun zwischen ein paar Bäumen, blieben jedoch auf Abstand und guckten nur interessiert in meine Richtung.

An diesem Tag traf ich zum ersten Mal auf Soley, die damals noch nicht mal einen Namen hatte und nur zu einem kleinen Teil meiner Wunschvorstellung entsprach. Denn die kleine 3-jährige Stute, war vollkommen roh. Kannte gerade mal Tierarzt und Hufbearbeiter und war bisher nur sehr wenig mit dem Hänger gefahren, nämlich wenn es im Frühjahr vom Stall auf die etwas entfernte Weide ging und im späten Herbst dann wieder zurück in den Stall.

Ich fuhr mit Kopfschmerzen nach Hause und hatte gleichzeitig Schmetterlinge im Bauch, weil mir diese kleine Stute einfach nicht mehr aus dem Kopf ging.

In den nächsten Tagen führte ich sehr intensive Gespräche mit sehr vielen Menschen. Mit meinen Eltern, mit Freunden, mit der Besitzerin meiner ehemaligen Reitbeteiligung. Ich telefonierte mit Trainern, die Erfahrung mit der Ausbildung junger Pferde hatten.

Eine Woche später hatte ich mich entschieden. Ich wollte uns eine Chance geben und mit Hilfe eines erfahrenen Trainers die Ausbildung meines ersten eigenen Pferdes selbst übernehmen.

Im Juni 2013 zog Soley bei uns im Stall ein und erhielt an diesem Tag auch ihren Namen, den ich praktischer Weise aus einem Buch meiner Schwester gemopst hatte, die damals mit ihrem ersten Kind schwanger und ebenfalls auf der Suche nach einem passenden Namen war.

Doch mit Soleys Einzug begannen auch die Probleme. Als hätte es nicht gereicht, dass sich die Kleine beim Transport das Auge verletzt hatte, begleitete uns diese Verletzung ganze 3 Jahre lang. Ich bekam von diversen Tierärzten eine mögliche Horrordiagnose nach der anderen und irgendwie konnte uns niemand so wirklich helfen. Nach 3 Jahren Kampf schaffte letzten Endes ein kleiner Landtierarzt, was zuvor kein Spezialist geschafft hatte. Er fand die Ursache und setzte dem Spuk ein Ende. Heute ist Soley beschwerdefrei und hat zum Glück keinen gesundheitlichen Schaden genommen. Ihre Sehkraft ist trotz allem zu 100% erhalten geblieben. Lediglich ein kleiner weißer Strich, eine Wassereinlagerung, erinnert an unsere bisher schwerste Zeit.

Unser bisheriger Weg war vor allem zu Beginn nicht besonders einfach und von schweren Steinen gepflastert, doch ich bin froh, dass wir ihn gemeinsam gemeistert haben.

Soley treibt mich mit ihrer Ungeduld und ihrem Starrsinn zwar regelmäßig an den Rand der Verzweiflung, aber ich habe lieber ein gesundes, dickköpfiges Pferd, als ein krankes, dem niemand helfen kann.

Ein Leben ohne meine Maus ist möglich, aber sinnlos. Ich hoffe, dass wir noch viele gemeinsame Jahre miteinander verbringen dürfen.

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